Benjamin Janke

 

Auch ich freue mich, dass ihr so zahlreich hier seid. Aber – und das sage ich nicht zum ersten Mal – eigentlich ist es schade, ja sehr schade, dass wir alle hier seien müssen um von der Politik zu fordern, sich an die Wissenschaft und an ihre eigenen Verträge zu halten! Denn genau das fordern wir, wir fordern, dass die Politik endlich die Erkenntnisse und die Warnungen der Wissenschaft ernst nimmt und alles Notwendige tut, um das 1,5°C-Ziel einzuhalten, dass 2015 im Pariser Klimaabkommen festgeschrieben wurde noch zu erreichen.

 

Doch die deutsche Bundesregierung tut zu wenig. Geht es so weiter, wie bisher, verfehlen wir nicht nur diese Ziele aus dem Klimaabkommen, sondern auch die, die sich die Bundesregierung selbst gesteckt hat. Doch damit nicht genug – auf europäischer Ebene gehört Deutschland zu einem der wenigen Länder, die immer wieder europäische Bestrebungen zum Schutz des Klimas untergraben. Ende März zum Beispiel hat die Bundesregierung, gemeinsam mit drei anderen Regierungen Europas verhindert, dass die Europäische Union sich das Ziel setzt, bis 2050 vollständig Klimaneutral zu werden, OBWOHL selbst das nicht ausreicht, um die Erderwärmung auf 1,5°C gegenüber der Temperatur vor der Industrialisierung zu begrenzen. Als eines der besser gestellten Länder hat Deutschland eine große Verantwortung. Um die Erderwärmung auf ein gerade verkraftbares Maß zu reduzieren fordern wir, dass Deutschland bis zum Jahr 2035 Klimaneutral ist. Um das zu erreichen, ist eine CO2 Steuer ein sehr wirksames Mittel, denn wenn die Unternehmen den immensen Schaden bezahlen müssten, den sie den zukünftigen Genrationen durch ihren CO2 Ausstoß hinterlassen, dann wären all die Alternativen, die es ja in genügender Zahl gibt, nichtmehr nur nötig um unsere Zukunft zu schützen, sondern auch wirtschaftlich – und dass ist ja notwendig, damit sich in der Wirtschaft etwas tut. Im Moment wird im Bundestag eine CO2 Steuer von 20€/Tonne CO2 diskutiert. Und das wäre, auch wenn man sich selbst darüber uneinig ist, ein Schritt in die Richtige Richtung. Aber laut Umweltbundesamt lieg der Schaden, den eine Tonne CO2 verursacht, bei 180 Euro – Das ist der Preis, den möglichst bald jeder zahlen sollte, der uns mit einer Tonne CO2 die Zukunft wegnimmt. Doch stattdessen Zahlen wir – jeder, der ordentlich seine Steuern bezahlt, finanziert damit auch die Nutzung der fossilen Energieträger. Laut Umweltbundesamt mit mehr als 45 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Subventionen müssen ein Ende haben!

 

 

Viele entscheidende Maßnahmen müssen sicherlich von der Politik vorgenommen werden. Aber – jeder Einzelne kann und muss seinen Beitrag leisten. Zum Beispiel im Bereich Mobilität. Bei einer immer weiter wachsenden Bevölkerung kann die Zukunft nicht im motorisierten Individualverkehr liegen. Keine Technik ist im Moment in der Lage, eine langfristige Option in diesem Bereich zu bieten. Daher sollten wir, wann immer es geht, darauf verzichten, eine Strecke mit dem Auto zurückzulegen – und ich sage euch, das geht. Aber dafür brauchen wir Alternativen. Wir brauchen einen gut ausgebauten und preisgünstigen Öffentlichen Verkehr, nicht nur zuverlässig und den ganzen Tag über, sondern vor allem im Berufsverkehr. Und wir brauchen gut ausgebaute und sichere Fahrradwege, denn dann können wir auch besser mit dem umweltfreundlichsten aller Verkehrsmittel zur Arbeit, zur Schule oder wohin auch immer.

 

Mit Sicherheit muss auch die Elektromobilität in Zukunft eine größere Rolle spielen. Aber zur Herstellung der Akkus werden einige Wertvolle und seltene Ressourcen benötigt. Damit wären wir bei einem anderen großen Thema. Unser Umgang mit Ressourcen. Heute ist, was das angeht ein wichtiger, nein, ein trauriger Tag. Heute ist der deutsche Erdüberlastungstag. Dieser Tag wird jedes Jahr vom Global Footprint Network errechnet. Heute wurde unser Budget an Ressourcen und verkraftbaren Emissionen erreicht. Ab heute Leben wir auf Kosten zukünftiger Generationen! Um so zu leben, bräuchten wir drei Erden. Wir haben aber nur eine, und (wie ich auf den Plakaten lese) es gibt auch keinen Planeten B. Machen wir so weiter, gehen nicht nur die Ressourcen zur Neige, nein wir produzieren nebenher eine unvorstellbare Menge an Abfall. Der Plastikmüll, der in den Ozeanen schwimmt, füllt zum Beispiel inzwischen eine Fläche, größer als ganz Europa. Hier muss der unnötige Einsatz von Plastik verboten werden und effektives Recycling gestärkt. Doch bis all dies wirksam umgesetzt wird, sind wir alle am Zug, unnötiges Plastik zu vermeiden. Und je mehr wir das tun, je mehr Menschen bei ihren täglichen Einkäufen an den Umwelt- und Klimaschutz achten, desto interessanter wird es für die Unternehmen, ihrerseits mehr auf unser Klima zu achten. Es gibt immer wieder kleine Zeichen einer solchen Entwicklung; Manch ein Discounter verzichtet zum Beispiel auf Plastikverpackungen für Obst- und Gemüsesorten, die eine natürliche Verpackung haben, ob das nun vornehmlich dem Marketing dient, oder nicht, es zeigt im kleinen Wirkung und viele solcher kleinen Dinge können etwas großes bewirken.

 

Und auch deshalb ist die Aufgabe von jedem von uns, andere Menschen auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen und ihm zu erklären, welche Auswirkungen zum Beispiel ein überflüssiger Inlandsflug auf unser Klima hat. In Konstanz wurde mit der Ausrufung des Klimanotstands ein dringendes Symbol gesetzt. Als erste Stadt in Deutschland hat der Konstanzer Gemeinderat damit auch die Klimakriese als existenzielle Bedrohung und dringende Herausforderung unserer Gesellschaft benannt. Und wenn es jedem von uns gelingt, zwei Menschen auf die Seite der Wissenschaft zu bringen und im Sinne des Klimaschutzes zu handeln und diese ihrerseits jeweils zwei Menschen überzeugen, können wir etwas verändern.

 

Vielen Dank.

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